Madeira – Portugal

*** in Arbeit ***

Eine kleine Insel im Atlantik. Afrika ist 740 km weit weg und Lissabon 950 km. Wandern – eine Woche lang. Die erste Insel-Nacht wird in Santa Cruz im Hotel Solar do Bom Jesus verbracht.

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Wir fahren nach Caniçal, vamos. Immer an der Kante entlang, tief unten, weit unten schäumt das Meer. Später queren wir in der Bergflanke und steigen hinunter nach Porto da Cruz. Wir trinken Poncha, essen Lupinenkerne. Die Badehose habe ich im Rucksack, also hinein ins Meeresschwimmbecken.
Der Bus bringt uns nach Santana, ins Hotel O Colmo.

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Mit dem Bus hoch nach Queimadas. Zwei Stunden steigen wir auf durch eine Art Regenwald, es ist feucht, der Steig ist glatt, Schmierseife scheint aufgetragen. Wir erreichen den Parkplatz, den Endpunkt der Fahrstraße. Noch eine Stunde auf breitem Weg zum Gipfel des Pico Ruivo 1862m, dem höchsten Berg der Insel. Unterhalb steht eine Hütte, ich ergänze meinen Wasservorrat. Wir sind nicht allein. Nun folgt der Übergang zum Pico Arieiro 1818m, ein landschaftliches Highlight, das seinesgleichen sucht. Der unschwierige Weg (abgesehen von den Stufen, die manchmal so hoch oder tief sind, dass spontan Unwillen ausgedrückt wird) führt durch eine zerklüftete Landschaft, durch kurze Tunnels, an steilsten Flanken entlang, einmal für 100m auf einer 2m breiten Felsrippe – links und rechts geht’s hier senkrecht runter. Als ich auf dem Pico mit der Abhörstation stehe, sind leider Wolken aufgezogen. Der Bus wartet schon und fährt zurück ins Hotel.

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Es regnet. Ein Aussichtspunkt wird angefahren, Blick auf die Bucht von Machico und den zwischen Meer und Küste gelegenen Flugplatz. Vier Stunden gehen wir an einer Levada entlang, eher unspektakulär, dafür mit Schirm.
Die nächste Unterkunft ist das Hotel Eira do Serrado. Eine fantastische Lage hoch über dem Nonnental. Von jedem Zimmer aus ist der Tiefblick möglich.

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Wir fahren hinunter nach Curral das Freiras und bezwingen den Pico Grande 1654m. Der Gipfel ist eine Felswarze, den Anstieg erleichtert ein Drahtseil, ein Super-Rundblick.
Ein langer Abstieg erwartet uns, durchaus abwechslungs- und aussichtsreich, und dank streckenweiser Pflasterung hart zu begehen, wir laufen bis zum Hotel Encumeada.

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Zwei längere – mehrere 100 Meter – Levada Tunnels stehen auf dem Programm. Eduardo zeigt die angemessene Körperhaltung, nach vorne rechts gebückt. Wir fahren hoch zum Pass, marschieren an der Levada entlang zum Tunneleingang, ich gehe einige Meter hinein, die Felswand links von mir will mich mit aller Kraft in die Wasserrinne drücken, ich wehre mich, spüre die Panik. Ich muss zurück. Die Mitwanderer hinter mir gehen ebenfalls zurück, einer geht wieder hinein und benachrichtigt den Führer. Eduardo telefoniert mit dem Busfahrer, ich werde am Pass abgeholt und zur Unterkunft, den Apartamentos Gaivota, in Porto Moniz gefahren. Ich nutze den Nachmittag zum Baden im Felsschwimmbecken…

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Der letzte Wandertag bringt wieder eine Levada in der Reserva Natural Rabaçal. Zusammen mit anderen Touristen sehen wir den Cascada do Risco und die 25 Fontes, am Ende wartet ein panikfreier Tunnel mit Blümchen am Ausgang. Wir besuchen noch eine Bananenplantage an der Südwestküste und fahren nach Santa Cruz.

Mit Eduardo und Birgit, Claudia, Günter, Margit, Renate, Petra, Sabine, Susanne, Thorben, Thorsten, Toni.