Fotos & Berge
09.06.2017 / Reise

Abruzzen • Apennin

Neun Tage Abruzzen sind gebucht, also Flug nach Rom + Bus-Fahrt nach Caramanico Terme.
Mit Giovanni, Annegret, Birgit, Birgit, Felix, Kai, Marie-Luise, Rosemarie.

* Orfento-Schlucht *
Wir gehen los vom Hotel zum Besucherzentrum des Majella-Nationalparks. G. erklärt hier so einiges. Dann wird’s ernst. Wir kommen allmählich hinunter zum Bach und dann bergauf zur verlassenen Eremo di Sant’Onofrio. Alles im Wald. Eine gefühlte Luftfeuchtigkeit von 200%. Die Einsiedelei bietet einen netten Blick auf Felsen-Berge mit Schnee. Wieder zurück. Auffallend sind die oft überhängenden Felsformationen. Erst gegen Ende des Weges, vor der hohen Straßenbrücke, wird es richtig schluchtig.

* Monte Mileto 1920m und höher *
Vom Passo San Leonardo steigen wir erst durch Wald hoch, und dann empfangen uns Blumenwiesen mit einem Reichtum an Blüten, selten so gesehen. Immer wieder neue Farben und Formen, Natur in bester Laune. Nach der Überschreitung des Monte gehen wir hinunter zur Casa Capoposto. Hier sitzen Damen im Grünen und pflücken mit zarter Hand Wildspinat. Wir gehen weiter über einen Rücken und Kamm zu einem Gipfelchen. Wohin zuerst schauen – auf die Blümchen am Boden oder den Monte Amaro oder das Meer in der Ferne.

* Schlucht, Wiese, Wald *
Wir fahren nach Roccamorice. Ein kurzer Abstieg zur Eremo di San Bartolomeo. Auch hier weiß G. einiges zu berichten. Auf der anderen Talseite über weite Wiesen mit toller Sicht auf Gran Sasso und Konsorten dahin und hinein in den Wald. Wir erreichen eine Straße und – oha – da steht der Bus. Noch ein Besuch der Eremo di Santo Spirito, und finito für heute. Abends gibt’s Spaghetti a la guitarra.

* Bivacco Carlo Fusco 2450m *
Der Bus fährt hoch hinauf zum Rifugio Bruno Pomilio. Viele Sendemasten stehen hier rum. Auf einem langen Rücken geht es dahin, und dann steilt sich der Weg auf bis hin zur Biwakschachtel. Eine weite Landschaft. Graue Felskuppen, die wie Dünen ausschauen, Schneefelder, grüne Wiesen mit vielen Blumen, Schluchten mit Buchenwäldern, die ins flache Land münden, und im fernen Dunst das Meer. Und alles ist weit, und auch weit zu laufen.

Quartierwechsel. Wir fahren Richtung Pescara. Das Bad in der Adria ist obligatorisch. Dann wieder ins Landesinnere durch das Val Vomano über Pietracamela (hier erzählt G. wieder so einiges und kennt alle Leute) nach Prati di Tivo, ein im Sommer einsamer Retorten-Ski-Ort. Am Nachmittag steht noch ein Aufstieg zu einem aufgelassenen Steinhaus unterhalb des Gran Sasso auf dem Programm.

* Val Maone *
Zuerst hinab zum Rio Arno, der aber bald versiegt. Umgerissene Bäume und Waldschneisen zeugen von der Wucht der Lawinen. Beschaulich geht es dahin im Talgrund mit seinen grünen und blumigen Wiesen, die links und rechts hinaufführen zu steilen und senkrechten Felswänden. Über Schutt und gelegentlich Schnee steigen wir hoch in die Scharte La Portella. In der Ferne ist L’Aquila zu sehen. Nur noch eine Querung hinunter zur Bergstation der Funivia del Gran Sasso, dann könnte es ein Getränk geben. Aber leider ist heute die Bergstation auch Endstation einer Art von Giro d’Italia (RAI ist da), und so muss die Kompensation des Flüssigkeitsverlustes sich noch gedulden. Das neue Quartier ist in Santo Stefano di Sessanio.

* Corno Grande 2912m im Gran Sasso Massiv, der höchste Gipfel des Apennin *
Wir fahren hinauf auf das Campo Imperatore, und da steht er, der Felsenklotz, und erwartet uns. Die Fahrt geht noch weiter bis zur Bergstation der Seilbahn. Wie immer muss erst Strecke gemacht werden, bevor die Steigung beginnt. Und wie immer ist die Landschaft weit und großartig. Durch die schottrige Nordflanke zieht sich der Normalweg hoch, unterbrochen von kleinen Schneefeldern. Bei Erreichen des Gipfelkreuzes nehmen die Quellwolken überhand, es ist wie im Flugzeug, die überwältigende Aussicht lässt sich zumindest erahnen. Heute klappt es auch mit dem wohl erschwitzten Getränk.

* Ersatzprogramm für den verhüllten Monte Camicia *
Wir gehen gegenüber, auf der anderen Seite des Campo Imperatore, auf einen Grasbuckel und wieder hinunter und weiter durch eine Art Wadi bis zu einer Art Grill-Garten.

Auf der Fahrt zurück nach Rom machen wir halt in L’Aquila, am 6. April 2009 durch ein Erdbeben zum großen Teil zerstört. Der Boden ist hier kein sicherer Grund.
Und der Mitarbeiter der Fluggesellschaft Alitalia schaut treuherzig und sagt, this is an overbooking situation. Stunden später fliegt mich Lufthansa zurück nach München.

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