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Fotos & Berge
13.04.2013 / Reise

Troll-Halbinsel • Island

Skitouren an der fjordigen Nordküste Islands.
In fester Erinnerung bleiben die weite Landschaft mit ihren makellos weißen Bergen im blauen Meer und die breiten hindernislosen Hänge bei der Abfahrt.

Island hat 320 000 Einwohner (davon leben 200 000 in der Region Reykjavik) auf einer Fläche von 100 000 km².
Österreich bietet 8 500 000 Menschen (und Millionen Touristen) auf 84 000 km² Unterschlupf.
Island hat seine eigene Währung, seine eigene Sprache und den Vatnjajökull, den größten Gletscher Europas, größer als der Aletsch-Gletscher.
Gebucht ist die Reise bei einem österreichischen Veranstalter, ich bin der einzige Ausländer.
Schauen wir mal.

Samstag
Zuerst der Flug von München nach Stockholm. Hier heißt es drei Stunden warten, bis Air Iceland übernimmt. Ich schaue mir Skyfall in der Rückenlehne an.
In Keflavik fahren wir los mit einem Allrad-Bus, der fast zu klein ist. An Reykjavik vorbei, durch eine
hügelige Wiesenlandschaft, kein Baum. Das Gras ist braun, später liegt Schnee zwischen den Grasbüscheln, und dann schneit es. Islandponys stehen überall rum.
Wir erreichen die einsame Lodge Gauksmyri im Schneesturm.
Zum Abendessen ein Buffet mit lamb + horse (=Islandpony).

Sonntag
Weiterfahrt an Akureyri vorbei nach Dalvik. Wieder drei Stunden, dabei Schneefall und Sturm, manchmal ist alles weiß, die Straße nicht mehr zu erkennen.
Hinter Dalvik starten wir zu einer Skitour, die aber bald wegen der schlechten Sicht abgebrochen wird.
Weiterfahrt nach Skeið, unserer eigentlichen Bleibe, in der Mitte der Halbinsel.
Nach einigen Kilometern bleiben wir im Schnee stecken, mit isländischer Hilfe aber dem Graben wieder entronnen, und dann fahren wir zurück.
Eine Ersatz-Unterkunft in der Nähe ist organisiert worden, Hussabaki, eine Art Jugendherberge.

Montag
Wir machen Tour auf einen Vorgipfel in der Nähe von Dalvik, wieder bei schlechter Sicht.
Beim Aufstieg treffen wir abfahrende Amerikaner aus Denver, Colorado.
Bei der Abfahrt über schöne Hänge in feuchtem Neuschnee befolge ich Garhammer nur halbherzig, daher gibt’s öfters Stürze und gute Ratschläge zur Skitechnik aus Österreich.
Zurück nach Hussabaki und ins Freibad von Dalvik. Leichter Schneefall.
Dann nach Skeið. Umgebaute Ställe, offene Bauweise. Alles vorhanden, was das Herz begehrt, von der Sauna bis zum WLAN, dennoch sehr einsam, geführt von einer Berlinerin.

Dienstag
Wir fahren nach Norden durch einen Tunnel und parken am Ortseingang. Den Namen des Ortes habe ich vergessen.
Der Aufstieg dauert im Nebel so lange, bis nichts mehr zu erkennen ist, alles ist jetzt weiß.
Abfahrt und nochmaliger kurzer Aufstieg in ein seitliches Kar.
Zum Abschluss ins Freibad im Ort ohne Namen.

Mittwoch
Wir fahren über Akureyri auf die andere Seite des Fjords nach Grevinik. Die Skitour führt auf den Kaldbadur 1167m. Unterwegs überholt eine Gruppe von Italienern.
Die Sonne zeigt sich, und damit auch die makellos weißen Berge. Reinheit pur.
Nach der Abfahrt findet dankenswerterweise noch Sightseeing statt: Mit dem Bus geht’s weiter nach Myvatn, Dampf entweicht, das Erdinnere ist nah, die meisten von uns baden in der Grotte.
Und auf der Rückfahrt bewundern wir noch Gothafoss, klein, oho und vereist.

Donnerstag
Wir fahren wieder nach Norden, zweimal durch einen Tunnel in einen anderen Ort, dessen Name mir ebenfalls entfallen ist.
Jedenfalls kann er mit einem Hering-Museum aufwarten, das wir besuchen (= warten auf besseres Wetter) und dessen realitätsgetreue Darstellung der Lebensverhältnisse wirklich Eindruck macht.
Um Mittag parken wir bei der Talstation eines Schlepplifts und steigen auf in eine eisige Scharte und einen Minigipfel daneben. Gelegentlich Sonne.
Nach der Abfahrt wird 1x (da keiner zu sehen – kostenlos) Schlepplift gefahren, und dann zurück zur Unterkunft.
Sieben sind noch nicht ausgelastet und machen ab hier noch einmal 400 Höhenmeter.
Zwei und der Ausländer gehen in die Sauna und stehen dann wie im Paradies vor dem Haus in der Abendsonne und schauen den anderen bei den Spitzkehren zu.

Freitag
Die Ratschläge zur Skitechnik bleiben inzwischen wegen funktionierenden Rotationsschwungs aus (glaube ich zumindest).
Bei Sonnenschein führt die Skitour auf einen Gipfel im Tal der Unterkunft. Weite breite Hänge.
Nach 1200 Hm sind wir auf dem Gipfel mit Steinmann. Fantastische Aussicht nach Norden auf den blauen Fjord, der eingefasst ist von weissen Bergen. Unglaublich.
Eine lange Busfahrt zu dem Guesthouse Sunna in Rejkjavik folgt. Zum Glück sitze ich hinter dem Fahrer und habe etwas Sicht. Die Mitstreiter, die hinten sitzen, haben wegen der stets beschlagenen Scheiben nie einen Blick nach draußen.
Unterwegs treffen wir auf einen Regenbogen, der sich vollständig über einen Fjord wölbt.
Nach einem gemeinsamen Abendessen gehe ich zurück zur Unterkunft, andere widmen sich dem isländischen Nachtleben.

Samstag
Das Handy weckt um 04:45.
Das Bett nebenan ist unberührt; als ich aus dem Fenster hinunter schaue, kommt der Zimmergenosse gerade über die Straße, erkennbar an seiner Wollmütze.
Was hat er wohl die Nacht über in Rejkjavik gemacht?
Es gibt sogar ein (kleines) Frühstück. Wir fahren nach Kevlavik und checken ein. Air Iceland möchte 3900 ISK für die Beförderung der Skier. Tja.

Mit Oliver+Michaela, Gabriele+Hubert, Stefan+Heinrich, Hannes, Günter, Alois, Peter. Einige Fotos sind von Günter.